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Schutz vor Übergriffen

Präventionsmaßnahmen und deren Fördermöglichkeiten

Grundsätzlich sollten Nutztiere, vor allem Schafe und Ziegen, möglichst wolfssicher gehalten werden, wenn Wölfe sich ansiedeln. Denn wenn Wölfe bereits beim ersten Versuch, Nutztiere zu erbeuten, schlechte Erfahrungen mit stromführenden Zäunen oder Herdenschutzhunden machen, dann versuchen sie es vermutlich so schnell nicht wieder. An ungeschützten Nutztieren (z.B. angepflockte Tiere, Zaun wasserseitig offen) lernen Wölfe, dass solche Nutztiere sehr leichte Beute sind. Dies zu verhindern, sollte wichtigstes Ziel sein.

Ein rundum geschlossener, bodenbündiger Elektrozaun mit 90 cm Höhe, genügend Spannung oder ein geringer Litzenabstand von max. 20 cm bei Litzenzäunen verhindern im Normalfall Wolfsübergriffe. Kleinere Fuchslöcher unter dem Zaun müssen regelmäßig beseitigt werden, da Wölfe solche Ansätze gern erweitern.

Wenn sich Wölfe auf das Untergraben oder das Überspringen von Elektrozäunen spezialisiert haben, müssen bessere Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um dies solchen Individuen grundsätzlich abzugewöhnen.

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Download Info-Broschüre Herdenschutzhunde

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Download BfN Skript 201

Förderung von Präventionsmaßnahmen

Gemäß der Förderrichtlinie Wolf Mecklenburg-Vorpommern können Präventionsmaßnahmen gefördert werden, die als erweiterter Schutz (siehe unten) dem Schutz von Haus- und Nutztierarten dienen, die bisher durch Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern geschädigt wurden. Insbesondere trifft dies für Schafe, Ziegen und Gatterwild (etwa Damwild) zu. Im Einzelfall und nach gesonderter Prüfung, insbesondere im Zusammenhang mit einem nachweisbaren spezifischen Rissgeschehen, ist auch die Förderung von Präventionsmaßnahmen für weitere betroffene Haus- und Nutztierarten (zum Beispiel Rinder oder Pferde) möglich. Die Förderung der Präventionsmaßnahmen erfolgt im bekannt gegebenen Wolfsgebiet. Die aktuell gültige Fassung der Förderrichtlinie Wolf sowie die aktuelle Karte des Wolfsgebiets gemäß der Förderrichtlinie Wolf finden Sie auf rechten Seite sowie auf der Internetseite des LUNG M-V. Bei Bedarf wird das Wolfsgebiet aktualisiert.

Die Beantragung, Bescheidung, Ausreichung und Kontrolle der Fördermittel erfolgt über das jeweils zuständige Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) oder – in Großschutzgebieten – das jeweilige Nationalparkamt oder das jeweilige Biosphärenreservatsamt. Die Erstberatung der Tierhalter zu Fördermöglichkeiten in Bezug auf Präventionsmaßnahmen erfolgt in der Regel durch vom Land beauftragte Nutztierhalterberater oder durch die jeweils zuständige genannte Bewilligungsbehörde. Unter folgenden Telefonnummern können Termine mit den vom Land beauftragten Nutztierhalterberatern vereinbart werden:

Kontakt Nutztierhalterberatung Regionen der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern Greifswald

Tel. 0157-75063085

Kontakt Nutztierhalterberatung alle anderen Regionen

Tel. 03847-43500 oder 0171-7270624

Förderfähig sind Schutzmaßnahmen, die über die normalen Anforderungen einer Einfriedung im Sinne des im Managementplan für den Wolf in Mecklenburg-Vorpommern definierten Grundschutzes hinausgehen. Die Förderrichtlinie Wolf M-V sieht eine Förderung von bis zu 100 % der zuwendungsfähigen Ausgaben vor. Die Antragstellung muss schriftlich bei der jeweils zuständigen Bewilligungsbehörde unter Verwendung der bei diesen verfügbar gehaltenen Antragsformulare erfolgen. Der Antrag muss dabei unter anderem Angaben zur Veranlassung und Örtlichkeit, Angaben zu Art und Umfang der geplanten Maßnahme sowie einen Kosten- und Finanzierungsplan enthalten. Näheres regelt die Förderrichtlinie Wolf M-V.

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es für im Freien gehaltene Nutztiere keinen 100 %igen Schutz gegen Wölfe gibt, werden als erweiterter Schutz zur Haltung von Schafen und Ziegen derzeit folgende Maßnahmen gefördert:

  • die optische Verstärkung der Zäune durch Breitbandlitzen (Flatterband) über oder vor dem Standardschutzzaun,
  • Netzzäune mit Erdungen ab einer Höhe von ~ 1,1 m mit entsprechenden Weidezaungeräten und Akkus sowie Ladegeräten,
  • Litzenzäune ab 1,1 m inkl. Zubehör,
  • Differenz der Erhöhung von Festzäunen über den Grundschutz von 1,2 m,
  • der Schutz vor Untergrabung nicht elektrischer Zäune (Zaun 20 cm tief eingraben oder eine E-Litze mit max. 20 cm Bodenabstand) und
  • die Anschaffung und Ausbildung geeigneter Herdenschutzhunde.
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Förderrichtlinie Wolf (gültig bis 31.12.2024)

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Download Karte "Wolfsgebiete gemäß Förderrichtlinie Wolf"

Kontakt

Kontakt Management

Marika Schuchardt & Jens Geißler 
Schadenshotline und zentrale Meldestelle Rissvorfälle Tel. 0170-765 88 87
E-Mail: info@schuchardt-umweltplanung.de
Vertretung: Dr. Norman Stier, Tel.: 0171 - 48 59 789

Kontakt Monitoring

Dr. Norman Stier
TU Dresden - Forstzoologie, AG Wildtierforschung
Pienner Str. 7 • 01737 Tharandt
Tel: 0171-4859789
E-Mail: stier@forst.tu-dresden.de

Auftraggeber

Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern
Bernd Presch
Goldberger Str. 12 • 18273 Güstrow
Tel. 03843-777 210
E-Mail: 
Bernd.Presch@lung.mv-regierung.de