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Zoologisches Portrait

Systematik
Klasse – Säugetiere (Mammalia)
Ordnung – Raubtiere (Carnivora)
Familie – Hundeartige (Canidae)
Gattung – Wölfe (Canis)
Art – Wolf (Canis lupus)

Größe
Schulterhöhe: 60-90 cm
Kopf-Rumpf-Länge: 100-150 cm
Schwanzlänge: 30-50 cm

Gewicht
30-45 kg (25-60 kg)

Körpermerkmale
Größter Vertreter der Hundeartigen (Caniden), mit einem schäferhundähnlichen Habitus, wirkt sehr hochbeinig, trägt einen herabhängenden Schwanz, relativ kleine, immer aufrechte Ohren, Rüde meist etwas größer und schwerer als Wölfin.

Fellfärbung
individuell variabel, besonders typisch sind helle Wangen und Überaugenflecken, weißlich bis hellgelbe Umgebung des Mauls, einige Tiere mit deutlichem Sattelfleck

Höchstalter
bis etwa 13 Jahre im Freiland, bis zu 16 Jahre in Gefangenschaft

Raum-Zeit-Verhalten
vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Rudeltiere
Rudel bestehen aus den geschlechtsreifen Elterntieren, den diesjährigen Jungen und den noch nicht geschlechtsreifen Jungtieren des Vorjahres (Jährlinge) und verteidigen gemeinsam ein Rudelterritorium
Aktionsraum- und Territoriumsgrößen von Wolfsrudeln und auch von Einzeltieren in Deutschland: 200-300 km²

Reproduktion
Geschlechtsreife: am Ende des 2. Lebensjahres; die Paarungszeit erstreckt sich vor allem von Anfang Februar bis Ende März mit einem Schwerpunkt Ende Februar/Anfang März, bei einer Tragzeit von etwa 63 Tagen werden im April/ Mai in Deutschland meist 3-8 (Ø 5,5) Welpen geboren; die Jungtiere werden ca. 2 Monate gesäugt und nehmen bereits ab der 3. Lebenswoche feste Nahrung auf, alle Rudelmitglieder können an der Jungenaufzucht beteiligt sein, der Futtertransport erfolgt meist im Magen, die Welpen bleiben über längere Zeit an sogenannten Rendezvousplätzen, die dadurch in dieser Zeit auch zentraler Treffpunkt des Rudels sind, im Alter von 9-22 Monaten wandern die Welpen 50-100 km (selten bis 1000 km) ab und suchen ein eigenes Territorium

Lebensraum

in Deutschland werden vor allem wenig vom Menschen bewohnte Bereiche mit hohem Waldanteil und hohen Schalenwilddichten besiedelt, das sind bevorzugt aktuelle oder ehemalige Truppenübungsplätze und Bergbaufolgelandschaften

Populationsdichte
Die Populationsdichte wird meist durch die Größe der Rudelterritorien (200-300 km²) reguliert, die wiederum vor allem von der Beutetierdichte abhängt; in Deutschland geht man deshalb von 3-4 Wölfen pro 100 km² in vom Wolf besiedelten Regionen aus

Nahrung
alle Arten des in Deutschland vorkommenden Schalenwildes (Reh wird gegenüber anderen Arten bevorzugt gefressen, bei Wildschweinen und Rotwild vor allem Jungtiere, bei größeren Beutetierarten wird grundsätzlich auf Junge, Alte und Schwache selektiert), selten Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Gatterwild (< 1 %), außerdem gelegentlich Hasen, Nagetiere, andere kleinere Raubsäuger.

natürliche Todesursachen
Alterstod, Verhungern, Erfrieren, Verletzungen, Krankheiten (vor allem Räude, Tollwut, Staupe), in Deutschland keine natürlichen Feinde

 

Wolfswelpe aus dem Milkeler Rudel in der Lausitz im Frühsommer 2011

Foto: A. Klingenberger

Wolf an Rotwildriss

Foto: H. Jansmann

Wölfin beim Säugen der Welpen

Foto: H. Jansmann