+49 171 / 48 59 789 info@wolf-mv.de

Kompensation bei Übergriffen auf Nutz- und Haustiere

Voraussetzung für einen Schadensausgleich bei vermutlich durch den Wolf getöteten Nutztieren ist die zeitnahe Meldung des Schadens (innerhalb von 24 Stunden) an die zuständige Schadenshotline (s. unten).

Marika Schuchardt
Schadenshotline und zentrale Meldestelle Rissvorfälle,
 Tel. 0170-765 88 87
E-Mail: info@schuchardt-umweltplanung.de
Vertretung: Dr. Norman Stier, Tel. 0171 – 48 59 789

Im öffentlich bekannt gegebenen Wolfsgebiet ist ein vorhandener Grundschutz der Tiere ebenfalls Voraussetzung für den Schadensausgleich.

Der Grundschutz ist wie folgt definiert:

  • Es muss ein 90 cm hoher, komplett geschlossener, stromführender Netzgeflecht- oder Litzenzaun vorhanden sein, dessen Abstand zum Boden kleiner als 20 cm ist.
  • Bei Litzenzäunen muss der Abstand zwischen den Litzen kleiner als 20 cm sein.
  • E-Zäune müssen eine Spannung von mindestens 2000 V, 1 J aufweisen.
  • Maschendrahtzäune müssen mindestens 120 cm hoch sein.

Wird das Wolfsgebiet vergrößert, so wird den Tierhaltern im neuen Wolfsgebiet eine Übergangsfrist von sechs Monaten gewährt, um entsprechende Schutzmaßnahmen anzupassen bzw. über eine entsprechende Fördermaßnahme umzusetzen. In der Übergangsfrist erfolgt ein Schadensausgleich auch ohne Vorhandensein des Grundschutzes.

Die Übergangsfrist in der im Jahre 2018 festgelegten Erweiterungskulisse des Wolfsgebietes lief zum 18. November 2019 ab. Derzeit gültig ist die aktuelle Karte des Wolfsgebietes vom 19. November 2018.

Der Gutachter erstellt ein Protokoll, das die Sachverhaltsdokumentation und die Bewertung der möglichen Rissursache zum Inhalt hat (Rissprotokoll). Der geschädigte Tierhalter erhält umgehend eine Kopie/Ausfertigung des Protokolls. Das Rissprotokoll wird vom Gutachter an das zuständige StALU (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt) zur Bewertung der Schadenshöhe und an das LUNG (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie) sowie der zuständigen unteren Naturschutzbehörde zur Kenntnisnahme weitergeleitet. Die Schadensermittlung im StALU erfolgt auf Grundlage einer zwischen dem Landesschaf- und Ziegenzuchtverband, der Gruppe der betroffenen Berufsschäfer und Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt vereinbarten Wertermittlungstabelle unter Anwendung der Schätzgrundsätze der Tierseuchenkasse von Mecklenburg-Vorpommern. Nach Einreichung der Unterlagen durch den geschädigten Tierhalter beim zuständigen StALU wird der Schadensausgleich durch das StALU geprüft und bei Vorliegen aller Voraussetzungen vorgenommen.

Es können alle durch den Wolfsübergriff zu Tode gekommenen Tiere sowie die Tierarztkosten (bis zur Höhe des Marktwertes der Tiere) und die Kosten für die Tierkörperbeseitigung kompensiert werden. Näheres regelt die Förderrichtlinie Wolf M-V.

Tabelle 1: Übersicht der Übergriffe durch Wölfe (bzw. Wolf als Verursacher nicht auszuschließen) in Mecklenburg-Vorpommern (Stand 31.12.2019)

Jahr

Anzahl Vorfälle

getötete/ verletzte Tiere

gezahlte Kompensation (€)

2007

6

21/3

3.241,00 €

2008

4

29/12

7.483,15 €

2009

1

11/8

3.325,79 €

2010

0

0

0,00 €

2011

2

20/4

10.675,55 €

2012

2

15/4

2.193,18 €

2013

2

7/2

568,79 €

2014

9

36/10

5.960,69 €

2015

13

36/16

11.040,34 €

2016

14

48/24

4.857,47 €

2017

28

66/22

16.438,04 €

2018

23

120/42

20.654,62 €

2019

42

150/54

24.095,98 €
Gesamt 146 560/201 ca. 111.500 €

Tabelle 2: Rissvorfälle in 2020 bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen wird (Stand: 23.03.2020)

Nr Datum Landkreis tote Tiere verletzte Tiere Verursacher Herdenschutz
1 04.01.2020 Nordwestmecklenburg 1 0 Wolf Grundschutz
2 05.02.2020 Ludwigslust-Parchim 4 2 GW 872f Grundschutz
3 24.02.2020 Mecklenburgische Seenplatte 11 0 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz
4 25.02.2020 LK Rostock 4 0 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz
5 25.02.2020 LK Rostock 1 0 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz
6 26.02.2020 Vorpommern-Greifswald 5 2 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz
7 27.02.2020 Ludwigslust-Parchim 1 0 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz
Summe 27 4

Kontakt

Kontakt Management

Marika Schuchardt
Schadenshotline Tel. 0170-765 88 87
E-Mail: info@schuchardt-umweltplanung.de
Vertretung: Dr. Norman Stier, Tel.: 0171 - 48 59 789

Zentrale Meldestelle Rissvorfälle
Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie
Sandra Möller
Goldberger Str. 12 • 18273 Güstrow
Tel. 03843-777 214
E-Mail: sandra.moeller@lung.mv-regierung.de

Kontakt Monitoring

Dr. Norman Stier
TU Dresden - Forstzoologie, AG Wildtierforschung
Pienner Str. 7 • 01737 Tharandt
Tel: 0171-4859789
E-Mail: stier@forst.tu-dresden.de

Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie
Sandra Möller
Goldberger Str. 12 • 18273 Güstrow
Tel. 03843-777 214
E-Mail: sandra.moeller@lung.mv-regierung.de