+49 171 / 48 59 789 info@wolf-mv.de

Kompensation bei Übergriffen auf Nutz- und Haustiere

Voraussetzung für einen Schadensausgleich bei vermutlich durch den Wolf getöteten Nutztieren ist die zeitnahe Meldung des Schadens (innerhalb von 24 Stunden) an die zuständige Schadenshotline (s. unten) oder bei Nichterreichen an einen der bestätigten Haustier-Rissgutachter (s. unten).

Marika Schuchardt
Schadenshotline Tel. 0170-765 88 87
E-Mail: info@schuchardt-umweltplanung.de
Vertretung: Dr. Norman Stier, Tel.: 0171 – 48 59 789

Zentrale Meldestelle Rissvorfälle
Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie
Sandra Möller
Goldberger Str. 12 • 18273 Güstrow
Tel. 03843-777 214
E-Mail: sandra.moeller@lung.mv-regierung.de

Haustier-Rissgutachter

  • Herrn Demmin (Schwerpunkt Region M-V West) Tel.: 0162 – 20 50 569
  • Herrn Dinse (Schwerpunkt Region M-V Ost) Tel.: 0174 – 93 87 951
  • Herrn Griesau (Schwerpunkt Region M-V Seenplatte) Tel.: 0162 – 212 23 87
  • Herrn Koch (Schwerpunkt Region M-V Mitte) Tel.: 0160 – 20 505 75
  • Herrn Manthey (Schwerpunkt Region M-V Nord) Tel: 03843 – 755 66 123
  • Herrn May (Schwerpunkt Region M-V Seenplatte) Tel.: 0175 – 29 54 555
  • Herrn Neumann (Schwerpunkt Region M-V West) Tel.: 0152 – 22 50 37 31
  • Frau v. Schilling (Schwerpunkt Region M-V Ost) Tel.: 0173 – 20 150 48
  • Herrn Spicher (Schwerpunkt Region M-V Seenplatte) Tel.: 0172 – 99 69 435
  • Frau Zscheile (Schwerpunkt Region M-V Nord) Tel.: 03843 – 777 212

Im öffentlich bekannt gegebenen Wolfsgebiet ist ein vorhandener Grundschutz der Tiere ebenfalls Voraussetzung für den Schadensausgleich.

Der Grundschutz ist wie folgt definiert:

  • Es muss ein 90 cm hoher, komplett geschlossener, stromführender Netzgeflecht- oder Litzenzaun vorhanden sein, dessen Abstand zum Boden kleiner als 20 cm ist.
  • Bei Litzenzäunen muss der Abstand zwischen den Litzen kleiner als 20 cm sein.
  • E-Zäune müssen eine Spannung von mindestens 2000 V, 1 J aufweisen.
  • Maschendrahtzäune müssen mindestens 120 cm hoch sein.

Wird das Wolfsgebiet vergrößert, so wird den Tierhaltern im neuen Wolfsgebiet eine Übergangsfrist von sechs Monaten gewährt, um entsprechende Schutzmaßnahmen anzupassen bzw. über eine entsprechende Fördermaßnahme umzusetzen. In der Übergangsfrist erfolgt ein Schadensausgleich auch ohne Vorhandensein des Grundschutzes.

Die Übergangsfrist in der im Jahre 2018 festgelegten Erweiterungskulisse des Wolfsgebietes lief zum 18. November 2019 ab. Derzeit gültig ist die aktuelle Karte des Wolfsgebietes vom 19. November 2018. Zum Vergleich ist noch die ehemalige Abgrenzung des Wolfsgebietes vom 26.06.2016 abrufbar.

Der Gutachter erstellt ein Protokoll, das die Sachverhaltsdokumentation und die Bewertung der möglichen Rissursache zum Inhalt hat (Rissprotokoll). Der geschädigte Tierhalter erhält umgehend eine Kopie/Ausfertigung des Protokolls. Das Rissprotokoll wird vom Gutachter an das zuständige StALU (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt) zur Bewertung der Schadenshöhe und an das LUNG (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie) zur Kenntnisnahme weitergeleitet. Die Schadensermittlung im StALU erfolgt auf Grundlage einer zwischen dem Landesschaf- und Ziegenzuchtverband, der Gruppe der betroffenen Berufsschäfer und dem LM (LM, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt) vereinbarten Wertermittlungstabelle unter Anwendung der Schätzgrundsätze der Tierseuchenkasse von Mecklenburg-Vorpommern. Nach Einreichung der Unterlagen durch den geschädigten Tierhalter beim zuständigen StALU wird der Schadensausgleich durch das StALU geprüft und bei Vorliegen aller Voraussetzungen vorgenommen.

Es können alle durch den Wolfsübergriff zu Tode gekommenen Tiere sowie die Tierarztkosten (bis zur Höhe des Marktwertes der Tiere) und die Kosten für die Tierkörperbeseitigung kompensiert werden. Näheres regelt die Förderrichtlinie Wolf M-V.

Tabelle 1: Übersicht der Übergriffe durch Wölfe (bzw. Wolf als Verursacher nicht auszuschließen) in Mecklenburg-Vorpommern (Stand 12.12.2019)

Jahr

Anzahl Vorfälle

getötete/ verletzte Tiere

gezahlte Kompensation (€)

2007

6

21/3

3.241,00 €

2008

4

29/12

7.483,15 €

2009

1

11/8

3.325,79 €

2010

0

0

0,00 €

2011

2

20/4

10.675,55 €

2012

2

15/4

2.193,18 €

2013

2

7/2

568,79 €

2014

9

36/10

5.960,69 €

2015

13

36/16

11.040,34 €

2016

14

48/24

4.857,47 €

2017

28

66/22

16.438,04 €

2018

23

120/42

20.654,62 €

2019 (bisher)

42

151/55

10.161,18 €
Gesamt 146 560/202 95.599,80 €

Tabelle 2: Rissvorfälle in 2019 bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen wird (Stand: 12.12.2019)

Nr Datum Landkreis tote Tiere verletzte Tiere Verursacher Herdenschutz
1 03.02.2019 Ludwigslust-Parchim 1 0 Wolf nicht ausgeschlossen kein Grundschutz
2 05.02.2019 Ludwigslust-Parchim 3 0 Wolf kein Grundschutz
3 08.02.2019 Vorpommern-Rügen 2 1 Wolf Grundschutz mit Mängeln
4 08.02.2019 Vorpommern-Greifswald 5 3 Wolf Grundschutz
5 08.02.2019 Vorpommern-Greifswald 8 0 Wolf Grundschutz mit Mängeln
6 13.02.2019 Vorpommern-Rügen 1 0 Wolf Grundschutz nicht erforderlich
7 16.02.2019 Vorpommern-Greifswald 2 0 Wolf Grundschutz mit Mängeln
8 17.02.2019 Ludwigslust-Parchim 3 0 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz mit Mängeln
9 01.03.2019 Vorpommern-Greifswald 1 0 Wolf Grundschutz
10 23.03.2019 Vorpommern-Greifswald 7 0 Wolf kein Grundschutz
11 27.03.2019 Vorpommern-Greifswald 8 1 Wolf Grundschutz
12 06.04.2019 Nordwestmecklenburg 10 5 Wolf Grundschutz mit Mängeln
13 09.04.2019 Rostock 1 0 Wolf Grundschutz mit Mängeln
14 11.04.2019 Vorpommern-Rügen 1 0 Wolf Grundschutz nicht erforderlich
15 23.04.2019 Vorpommern-Greifswald 1 0 Wolf Grundschutz nicht erforderlich
16 28.04.2019 Ludwigslust-Parchim 4 0 Wolf Grundschutz
17 02.05.2019 Ludwigslust-Parchim 4 1 Wolf kein Grundschutz
18 10.05.2019 Vorpommern-Greifswald 2 0 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz nicht erforderlich
19 13.05.2019 Ludwigslust-Parchim 1 0 Wolf nicht ausgeschlossen kein Grundschutz
20 07.06.2019 Mecklenburgische Seenplatte 1 0 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz mit Mängeln
21 10.06.2019 Vorpommern-Rügen 5 5 Wolf Grundschutz mit Mängeln
22 09.07.2019 Vorpommern-Rügen 8 1 GW1331f Grundschutz
23 22.07.2019 Vorpommern-Rügen 11 3 GW1331f kein Grundschutz
24 22.07.2019 Ludwigslust-Parchim 1 0 Wolf kein Grundschutz
25 04.08.2019 Ludwigslust-Parchim 3 0 Wolf Grundschutz
26 08.08.2019 Mecklenburgische Seenplatte 1 0 Wolf kein Grundschutz
27 16.09.2019 Ludwigslust-Parchim 1 0 Wolf nicht ausgeschlossen kein Grundschutz
28 30.09.2019 Rostock 1 0 Wolf nicht ausgeschlossen kein Grundschutz
29 04.10.2019 Rostock 4 10 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz
30 05.10.2019 Ludwigslust-Parchim 6 0 Wolf nicht ausgeschlossen kein Grundschutz
31 06.10.2019 Vorpommern-Greifswald 1 0 Wolf Grundschutz mit Mängeln
32 18.10.2019 Rostock 5 7 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz
33 23.10.2019 Ludwigslust-Parchim 3 0 Wolf kein Grundschutz
34 24.10.2019 Rostock 17 6 GW901f (unsicher) Grundschutz
35 24.10.2019 Nordwestmecklenburg 1 0 GW924m kein Grundschutz
36 26.10.2019 Rostock 3 3 Wolf Grundschutz
37 28.10.2019 Rostock 3 0 Wolf Grundschutz
38 15.11.2019 Rostock 1 4 Analyse läuft noch Grundschutz, Herdenschutzhunde
39 18.11.2019 Vorpommern-Greifswald 1 0 Wolf nicht ausgeschlossen Grundschutz
40 19.11.2019 Vorpommern -Greifswald 1 4 Wolf, Individualisierung noch nicht abgeschlossen kein Grundschutz
41 24.11.2019 Mecklenburgische Seenplatte 6 1 Analyse läuft noch kein Grundschutz
42 07.12.2019 Ludwigslust-Parchim 2 0 Analyse läuft noch kein Grundschutz
Summe 151 55

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TU Dresden - Forstzoologie, AG Wildtierforschung
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