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Wolf in Mecklenburg-VorpommernInformationsportal des Landes zum Wolf

Wolfsdatenbank
Ein Wolf steht im hohen Gras einer Wiese und blickt aufmerksam nach links.

Wolf und Mensch

Zoologisches Portrait

Der Wolf – Canis lupus

Der Wolf ist der größte Vertreter der Hundeartigen. Das Portrait fasst Systematik, Körpermerkmale, Sozialverhalten, Ernährung, Fortpflanzung und Lebensraum zusammen.

Foto: R. Vitt

60–90 cmSchulterhöheKopf-Rumpf-Länge 100–150 cm, Schwanz 30–50 cm
30–45 kgGewichtSpanne 25–60 kg, Rüden meist schwerer
200–300 km²Rudelterritorium3–4 Wölfe pro 100 km² in besiedelten Regionen
3–8Welpen je WurfGeburt im April/Mai, Höchstalter etwa 13 Jahre

Körperbau und Fell

Größter Vertreter der Hundeartigen (Caniden), mit einem schäferhundähnlichen Habitus. Der Wolf wirkt sehr hochbeinig, trägt einen herabhängenden Schwanz und relativ kleine, immer aufrechte Ohren. Rüden sind meist etwas größer und schwerer als Wölfinnen.

Die Fellfärbung ist individuell variabel. Besonders typisch sind helle Wangen und Überaugenflecken sowie die weißlich bis hellgelbe Umgebung des Mauls; einige Tiere zeigen einen deutlichen Sattelfleck.

Helle Wangen, Überaugenflecken und die helle Umgebung des Mauls sind typisch – die Fellfärbung bleibt individuell.

dunkler Rückensattel, gerade Rückenlinie dreieckige Ohren buschige, meistherabhängende Rute hochbeiniger Körperbau Kopf-Rumpf-Länge: Fähe 100–125 cm · Rüde 110–150 cm Schulterhöhe: Fähe 60–80 cm · Rüde 70–90 cm
Sommer- und Winterfell können das Erscheinungsbild deutlich verändern. Foto: R. Vitt; Grafik nach dem Faltblatt „Wolf & Mensch“ des Ministeriums.
  • dunkler Rückensattel, gerade Rückenlinie
  • dreieckige Ohren
  • hochbeiniger Körperbau
  • buschige, meist herabhängende Rute
  • Kopf-Rumpf-Länge: Fähe 100–125 cm, Rüde 110–150 cm
  • Schulterhöhe: Fähe 60–80 cm, Rüde 70–90 cm

Rudel und Territorium

Wölfe sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Rudeltiere. Ein Rudel besteht aus den geschlechtsreifen Elterntieren, den diesjährigen Jungen und den noch nicht geschlechtsreifen Jungtieren des Vorjahres (Jährlinge); gemeinsam verteidigen sie ein Rudelterritorium. Aktionsraum- und Territoriumsgrößen von Rudeln wie von Einzeltieren liegen in Deutschland bei 200 bis 300 km².

Die Populationsdichte wird meist durch die Größe der Rudelterritorien reguliert, die wiederum vor allem von der Beutetierdichte abhängt. In Deutschland geht man deshalb von 3 bis 4 Wölfen pro 100 km² in vom Wolf besiedelten Regionen aus.

Ein Wolfswelpe sitzt im Gras und blickt zur Seite.
Wolfswelpe aus dem Milkeler Rudel in der Lausitz, Frühsommer 2011. Foto: A. Klingenberger

Fortpflanzung

Wölfe werden am Ende des zweiten Lebensjahres geschlechtsreif. Die Paarungszeit erstreckt sich vor allem von Anfang Februar bis Ende März mit einem Schwerpunkt Ende Februar/Anfang März. Nach einer Tragzeit von etwa 63 Tagen werden im April/Mai in Deutschland meist 3 bis 8 (im Mittel 5,5) Welpen geboren.

Die Jungtiere werden rund zwei Monate gesäugt und nehmen bereits ab der dritten Lebenswoche feste Nahrung auf. Alle Rudelmitglieder können an der Aufzucht beteiligt sein; der Futtertransport erfolgt meist im Magen. Die Welpen bleiben über längere Zeit an sogenannten Rendezvousplätzen, die in dieser Zeit auch zentraler Treffpunkt des Rudels sind. Im Alter von 9 bis 22 Monaten wandern sie 50 bis 100 km (selten bis 1000 km) ab und suchen ein eigenes Territorium.

Eine Wölfin liegt im Gras und säugt mehrere Welpen.
Wölfin beim Säugen der Welpen. Foto: H. Jansmann

Nahrung und Lebensraum

Auf dem Speiseplan stehen alle Arten des in Deutschland vorkommenden Schalenwildes. Rehe werden gegenüber anderen Arten bevorzugt gefressen; bei Wildschweinen und Rotwild vor allem Jungtiere, bei größeren Beutetierarten wird grundsätzlich auf junge, alte und schwache Tiere selektiert. Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Gatterwild machen weniger als 1 % aus; gelegentlich kommen Hasen, Nagetiere und andere kleinere Raubsäuger hinzu.

In Deutschland werden vor allem wenig vom Menschen bewohnte Bereiche mit hohem Waldanteil und hohen Schalenwilddichten besiedelt – bevorzugt aktuelle oder ehemalige Truppenübungsplätze und Bergbaufolgelandschaften.

Nutztiere machen weniger als 1 % der Nahrung aus.

Ein Wolf steht an einem gerissenen Stück Rotwild im Wald.
Wolf an Rotwildriss. Foto: H. Jansmann

Todesursachen

Natürliche Todesursachen

  • Unterernährung
  • Habitatverlust
  • Krankheiten (vor allem Räude, Tollwut, Staupe)
  • Territorialkämpfe
  • Rivalität mit anderen Beutegreifern
  • Alterstod

Vom Menschen verursachte Todesursachen

  • Straßen- und Schienenverkehr
  • Illegale Tötung
  • Entnahme durch Management
  • Habitatzerstörung
  • Lebensraumzerschneidung, genetische Verarmung, Inzuchtdepression

Steckbrief

Systematik
Säugetiere (Mammalia) · Raubtiere (Carnivora) · Hundeartige (Canidae) · Gattung Wölfe (Canis) · Art Wolf (Canis lupus)
Schulterhöhe
60–90 cm
Kopf-Rumpf-Länge
100–150 cm, Schwanzlänge 30–50 cm
Gewicht
30–45 kg (25–60 kg)
Höchstalter
etwa 13 Jahre im Freiland, bis zu 16 Jahre in Gefangenschaft
Aktivität
vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, lebt im Rudel
Territorium
200–300 km² je Rudel, 3–4 Wölfe pro 100 km²
Fortpflanzung
Geschlechtsreife Ende des 2. Lebensjahres, Paarung Februar/März, Tragzeit etwa 63 Tage, 3–8 Welpen im April/Mai

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