Natürliche Todesursachen
- Unterernährung
- Habitatverlust
- Krankheiten (vor allem Räude, Tollwut, Staupe)
- Territorialkämpfe
- Rivalität mit anderen Beutegreifern
- Alterstod
Wolf und Mensch
Der Wolf – Canis lupus
Der Wolf ist der größte Vertreter der Hundeartigen. Das Portrait fasst Systematik, Körpermerkmale, Sozialverhalten, Ernährung, Fortpflanzung und Lebensraum zusammen.
Foto: R. Vitt
Größter Vertreter der Hundeartigen (Caniden), mit einem schäferhundähnlichen Habitus. Der Wolf wirkt sehr hochbeinig, trägt einen herabhängenden Schwanz und relativ kleine, immer aufrechte Ohren. Rüden sind meist etwas größer und schwerer als Wölfinnen.
Die Fellfärbung ist individuell variabel. Besonders typisch sind helle Wangen und Überaugenflecken sowie die weißlich bis hellgelbe Umgebung des Mauls; einige Tiere zeigen einen deutlichen Sattelfleck.
Helle Wangen, Überaugenflecken und die helle Umgebung des Mauls sind typisch – die Fellfärbung bleibt individuell.
Wölfe sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Rudeltiere. Ein Rudel besteht aus den geschlechtsreifen Elterntieren, den diesjährigen Jungen und den noch nicht geschlechtsreifen Jungtieren des Vorjahres (Jährlinge); gemeinsam verteidigen sie ein Rudelterritorium. Aktionsraum- und Territoriumsgrößen von Rudeln wie von Einzeltieren liegen in Deutschland bei 200 bis 300 km².
Die Populationsdichte wird meist durch die Größe der Rudelterritorien reguliert, die wiederum vor allem von der Beutetierdichte abhängt. In Deutschland geht man deshalb von 3 bis 4 Wölfen pro 100 km² in vom Wolf besiedelten Regionen aus.

Wölfe werden am Ende des zweiten Lebensjahres geschlechtsreif. Die Paarungszeit erstreckt sich vor allem von Anfang Februar bis Ende März mit einem Schwerpunkt Ende Februar/Anfang März. Nach einer Tragzeit von etwa 63 Tagen werden im April/Mai in Deutschland meist 3 bis 8 (im Mittel 5,5) Welpen geboren.
Die Jungtiere werden rund zwei Monate gesäugt und nehmen bereits ab der dritten Lebenswoche feste Nahrung auf. Alle Rudelmitglieder können an der Aufzucht beteiligt sein; der Futtertransport erfolgt meist im Magen. Die Welpen bleiben über längere Zeit an sogenannten Rendezvousplätzen, die in dieser Zeit auch zentraler Treffpunkt des Rudels sind. Im Alter von 9 bis 22 Monaten wandern sie 50 bis 100 km (selten bis 1000 km) ab und suchen ein eigenes Territorium.

Auf dem Speiseplan stehen alle Arten des in Deutschland vorkommenden Schalenwildes. Rehe werden gegenüber anderen Arten bevorzugt gefressen; bei Wildschweinen und Rotwild vor allem Jungtiere, bei größeren Beutetierarten wird grundsätzlich auf junge, alte und schwache Tiere selektiert. Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Gatterwild machen weniger als 1 % aus; gelegentlich kommen Hasen, Nagetiere und andere kleinere Raubsäuger hinzu.
In Deutschland werden vor allem wenig vom Menschen bewohnte Bereiche mit hohem Waldanteil und hohen Schalenwilddichten besiedelt – bevorzugt aktuelle oder ehemalige Truppenübungsplätze und Bergbaufolgelandschaften.
Nutztiere machen weniger als 1 % der Nahrung aus.

Beobachtungen, Fotos, Videos, Spuren und Losung helfen, das Vorkommen in Mecklenburg-Vorpommern zu dokumentieren. Auffälliges Verhalten, Nutztierrisse und Totfunde melden Sie bitte telefonisch über die Wolfshotline 0170 765 88 87 (täglich 6:30 bis 18:30 Uhr, danach Mailbox mit Rückruf).