www.wolf-mv.de © 2017

www.wolf-mv.de

 

Schutz vor Übergriffen

 

Präventionsmaßnahmen und deren Fördermöglichkeiten

Grundsätzlich sollten Nutztiere, vor allem Schafe und Ziegen, wolfssicher gehalten werden, wenn Wölfe sich ansiedeln. Denn wenn Wölfe bereits beim ersten Versuch, Nutztiere zu erbeuten, schlechte Erfahrungen mit stromführenden Zäunen oder Herdenschutzhunden machen, dann versuchen sie es vermutlich so schnell nicht wieder. An ungeschützten Nutztieren (z.B. angepflockte Tiere, Zaun wasserseitig offen) lernen Wölfe, dass solche Nutztiere sehr leichte Beute sind. Dies zu verhindern, sollte wichtigstes Ziel sein.
Ein rundum geschlossener, bodenbündiger Elektrozaun mit 90 cm Höhe, genügend Spannung und bei Litzenzäunen mit geringem Litzenabstand (min. 20 cm) verhindert im Normalfall Wolfsübergriffe. Kleinere Fuchslöcher unter dem Zaun müssen regelmäßig beseitigt werden, da Wölfe solche Ansätze gern erweitern.
Wenn sich Wölfe auf das Untergraben oder das Überspringen von Elektrozäunen spezialisiert haben, müssen bessere Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um dies solchen Individuen grundsätzlich abzugewöhnen.

 

Herdenschutz - komplett geschlossene Elektrozäune und gut ausgebildete Herdenschutzhunde sind effiziente Schutzmaßnahmen.

 

Auch Esel können den Herdenschutz wertvoll ergänzen.

 

Oben aufliegender, teilweise eingewachsener Untergrabschutz für Wildgehege.

 

 

In die Erde eingelassener Untergrabschutz für Wildgehege.

 

Herdenschutz - zusätzlich außerhalb angebrachte Elektrolitzen an Wildgehegen.

 

Förderung von Präventionsmaßnahmen
Gemäß der Förderrichtlinie Wolf (Download Förderrichtline ») Mecklenburg-Vorpommern können Präventionsmaßnahmen gefördert werden, die als erweiterter Schutz (siehe unten) dem Schutz von Haus- und Nutztierarten dienen, die bisher durch Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern geschädigt wurden (Schafe, Ziegen, Gatterwild). Werden andere Haus- und Nutztierarten durch Wölfe geschädigt, werden diese in die Präventionsmaßnahmen aufgenommen. Die Förderung der Präventionsmaßnahmen erfolgt im bekannt gegebenen Wolfsgebiet. Eine aktuelle Karte des Wolfsgebietes finden Sie auf dieser Internetseite sowie auf der Internetseite des LUNG M-V. Bei Bedarf wird das Wolfsgebiet aktualisiert.
Die Beantragung, Bescheidung, Ausreichung und Kontrolle der Fördermittel erfolgt über das jeweils zuständige Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) oder – in Großschutzgebieten – das jeweilige Nationalparkamt oder das jeweilige Biosphärenreservatsamt. Die Erstberatung der Tierhalter zu Fördermöglichkeiten in Bezug auf Präventionsmaßnahmen erfolgt ebenfalls durch die jeweils zuständige genannte Bewilligungsbehörde. Förderfähig sind Schutzmaßnahmen, die über die normalen Anforderungen einer Einfriedung im Sinne des im Managementplan für den Wolf in Mecklenburg-Vorpommern definierten Grundschutzes hinausgehen. Die Förderrichtlinie Wolf M-V sieht eine Förderung von bis zu 75 % der zuwendungsfähigen Ausgaben vor. Die Antragstellung muss schriftlich bei der jeweils zuständigen Bewilligungsbehörde) unter Verwendung der bei diesen verfügbar gehaltenen Antragsformulare zu erfolgen. Der Antrag muss dabei unter anderem Angaben zur Veranlassung und Örtlichkeit, Angaben zu Art und Umfang der geplanten Maßnahme sowie einen Kosten- und Finanzierungsplan enthalten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es für im Freien gehaltene Nutztiere keinen

100 %igen Schutz gegen Wölfe gibt, werden als erweiterter Schutz zur Haltung von Schafen und Ziegen derzeit folgende Maßnahmen gefördert:

 

  • die optische Verstärkung der Zäune durch Breitbandlitzen (Flatterband) über oder vor dem Standardschutzzaun,
  • Netzzäune mit Erdungen ab einer Höhe von ~ 1,1 m mit entsprechenden Weidezaungeräten und Akkus sowie Ladegeräten,
  • Litzenzäune ab 1,1 m inkl. Zubehör,
  • Differenz der Erhöhung von Festzäunen über den Grundschutz von 1,2 m,
  • der Schutz vor Untergrabung nicht elektrischer Zäune (Zaun 20 cm tief eingraben oder eine E-Litze mit max. 20 cm Bodenabstand) und
  • die Anschaffung und Ausbildung geeigneter Herdenschutzhunde.

 

 

 

 

10Download Infobroschüre Herdenschutzhunde »

Erfahrungen aus den Schweizer Alpen von J.M. Landry

Herdenschutzhunde

 

10Download BfN Skript 201 »

Leben mit Wölfen Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland

Leben mit Woelfen