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Kompensation bei Übergriffen auf Nutz- und Haustiere

 

Im Managementplan ist der Umgang mit gerissenen Nutz- und Haustieren geregelt, bei denen der Verdacht besteht, dass Wölfe Verursacher waren. Außerdem wurde zuletzt Ende des Jahres 2016 ein Infoblatt des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, welches gemeinsam mit dem Landesschaf- und Ziegenzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. erstellt worden ist, an alle Nutztierhalter verteilt.

 

Voraussetzung für einen Schadensausgleich bei vermutlich durch den Wolf getöteten Nutztieren ist die zeitnahe Meldung des Schadens (innerhalb von 24 Stunden) an die zuständige Stelle beim LUNG oder bei Nichterreichen an einen der bestätigten Haustier-Rissgutachter.

 

Zentrale Meldestelle:
Kristin Zscheile
Landesamt für Umwelt, Naturschutz und
Geologie Mecklenburg-Vorpommern
Abt. Naturschutz und Großschutzgebiete,
Dez. 210 - Natura 2000,
Biotop- und Artenschutz
Goldberger Str. 12
18273 Güstrow
Tel.: 03843 777-215
Fax: 03843 777-9216
E-Mail: kristin.zscheile@lung.mv-regierung.de

Vertretung: Dr. Norman Stier, Tel.: 0171 - 48 59 789

 

Herrn Demmin, Tel.: 0162 - 20 50 569

Herrn Dinse, Tel.: 0174 - 93 87 951

Herrn Griesau, Tel.: 0162 - 21 22 387

Herrn Koch, Tel.: 0162 - 20 50 575

Herrn Manthey, Tel: 03843 - 75 56 61 23

Herrn May, Tel.: 0175 - 29 54 555

Herrn Neumann, Tel.: 0152 – 22 50 37 31

Herrn Spicher, Tel.: 0152 - 529 077 93

Frau Zscheile, Tel.: 0170 - 76 58 887

 

Im öffentlich bekannt gegebenen Wolfsgebiet ist ein vorhandener Grundschutz der Tiere ebenfalls Voraussetzung für den Schadensausgleich.

Der Grundschutz ist wie folgt definiert:

  • Es muss ein 90 cm hoher, komplett geschlossener, stromführender Netzgeflecht- oder Litzenzaun vorhanden sein, dessen Abstand zum Boden kleiner als 20 cm ist.
  • Bei Litzenzäunen muss der Abstand zwischen den Litzen kleiner als 20 cm sein.
  • E-Zäune müssen eine Spannung von mindestens 2000 V, 1 J aufweisen.
  • Maschendrahtzäune müssen mindestens 120 cm hoch sein.

 

Wird das Wolfsgebiet vergrößert, so wird den Tierhaltern im neuen Wolfsgebiet eine Übergangsfrist von einem Jahr gewährt, um entsprechende Schutzmaßnahmen anzupassen bzw. über eine entsprechende Fördermaßnahme umzusetzen. In der Übergangsfrist erfolgt ein Schadensausgleich auch ohne Vorhandensein des Grundschutzes.
Die Übergangsfrist in der im Jahre 2016 festgelegten Erweiterungskulisse des Wolfsgebietes läuft zum 26. Juni 2017 ab. Die aktuelle Karte des Wolfsgebietes vom 26. Juni 2016 ist hier (Karte Wolfsgebiet aktuell) abrufbar. Zum Vergleich ist die ehemalige Abgrenzung des Wolfsgebietes vom 24.03.2015 hier (Karte Wolfsgebiet bis 25.06.2016) abrufbar.
Der Gutachter erstellt ein Protokoll, das die Sachverhaltsdokumentation und die Bewertung der möglichen Rissursache zum Inhalt hat (Rissprotokoll). Der geschädigte Tierhalter erhält umgehend eine Kopie/Ausfertigung des Protokolls. Das Rissprotokoll wird vom Gutachter an das zuständige StALU (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt) zur Bewertung der Schadenshöhe und an das LUNG (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie) zur Kenntnisnahme weitergeleitet. Die Schadensermittlung im StALU erfolgt auf Grundlage einer zwischen dem Landesschaf- und Ziegenzuchtverband, der Gruppe der betroffenen Berufsschäfer und dem LM (LM, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt) vereinbarten Wertermittlungstabelle. Nach Einreichung der Unterlagen durch den geschädigten Tierhalter beim zuständigen StALU wird der Schadensausgleich durch das StALU in Abstimmung mit dem LUNG vorgenommen.
Es werden alle durch den Wolfsübergriff zu Tode gekommenen Tiere sowie die Tierarztkosten (bis zur Höhe des Marktwertes der Tiere) und die Kosten für die Tierkörperbeseitigung kompensiert. Die Schadensausgleichsmöglichkeiten durch die öffentliche Hand sind bei Tierhaltern im Haupt- und Nebenerwerb aus beihilferechtlichen Gründen derzeit europaweit beschränkt. Schäden können deshalb nur auf Grundlage der landwirtschaftlichen De-minimis-Verordnung [VO (EU) Nr. 702/2014] mit öffentlichen Mitteln ausgeglichen werden. Zahlungen sind danach bis zu einer Grenze von 15.000 Euro in drei aufeinanderfolgenden Jahren zulässig.
Der Freistaat Sachsen ließ Anfang 2010 eine Richtlinie bei der EU notifizieren, nach der Schäden oberhalb der Deminimis-Grenze zu 80 % entschädigt werden können. Da in dem Bescheid der EU ausdrücklich auf diese Lösung als Musterlösung für zukünftige Anfragen hingewiesen wird, sieht die Richtlinie in Mecklenburg-Vorpommern gleichfalls eine entsprechende Lösung vor, um diese von der EU notifizieren zu lassen.

 

In den Jahren 2007-2009 gab es im Wolfsvorkommen „Lübtheen“ mehrere Übergriffe auf Schafe. Durch Verbesserung des Herdenschutzes (u.a. Herdenschutzhunde und rundum geschlossene Zäune) wurden dort in den Folgejahren zunächst keine weiteren Übergriffe durch Wölfe auf Haustiere registriert. Nach der Rudelbildung kam es jedoch ab 2014 wieder zu bislang mehreren Übergriffen, die dem Rudel „Lübtheen“ zuzuordnen sind. Das Wolfsvorkommen der „Ueckermünder Heide“ hat trotz regelmäßiger Schafhaltung im Kernlebensraum bisher keine nennenswerten Haustierschäden verursacht. Lediglich in Einzelfällen besteht der Verdacht einer möglichen Zuordnung von Übergriffen zum Rudel „Ueckermünder Heide“. In den beiden Vorkommen Kyritz-Ruppiner Heide und der Prignitz wurden zeitweise Übergriffe festgestellt, die sich jedoch in kürzeren Zeiträumen ereigneten. Abseits der Rudelterritorien erfolgten Übergriffe, welche vermutlich wandernden Einzelwölfen zuzuordnen sind.

 

Übersicht der Übergriffe durch Wölfe (bzw. Wolf als Verursacher nicht auszuschließen) in Mecklenburg-Vorpommern:

 

Jahr

 

Anzahl Vorfälle

getötete/ verletzte Tiere

gezahlte Kom-pensation (€)

2007

6

21/3

3.241,00 €

2008

4

29/12

7.483,15 €

2009

1

11/8

3.325,79 €

2010

0

0

0,00 €

2011

2

20/4

10.675,55 €

2012

2

15/4

2.193,18 €

2013

2

7/2

568,79 €

2014

9

36/10

5.960,69 €

2015

13

36/16

11.040,34 €
2016 3 48/24 1.104,47 €
Gesamt 53 223/83 45.592,96 €

 

 

 

 

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